FIP-Einheiten – Aktivität

Damit die Enzymaktivität sinnvoll bewertet und miteinander verglichen werden kann, muss sie in standardisierten Einheiten angegeben werden. Bei proteolytischen Enzymen in der Europäischen Union betrachten wir FIP-Einheiten als den maßgeblichen Referenzstandard zur Angabe der Enzymaktivität. FIP-Einheiten ermöglichen eine wissenschaftlich fundierte, standardisierte und direkt vergleichbare Bewertung der Aktivität einzelner Enzyme.

Auf dem Markt findet man sehr häufig eine Mischung unterschiedlicher Einheiten zur Angabe der Enzymaktivität. Viele Hersteller übernehmen die Angaben ihrer Rohstofflieferanten unverändert in der Form, in der sie diese erhalten. Solche „Hersteller“ verfügen häufig nicht über eine eigene Laborinfrastruktur zur unabhängigen Bestimmung, Definition und Bestätigung der Enzymaktivität im fertigen Produkt. Die Folge sind eine eingeschränkte Vergleichbarkeit zwischen Produkten, mitunter irreführende Qualitätsaussagen und in der Praxis erhebliche Schwierigkeiten beim Nachweis, dass die auf dem Etikett angegebenen Werte tatsächlich eingehalten werden.

Bei Wald Biotech betrachten wir die Enzymaktivität nicht als Marketingkennzahl. Für uns ist sie ein zentraler biochemischer Parameter, der für jedes einzelne Enzym und für jede Produktionscharge präzise definiert, im Labor überprüft und bestätigt werden muss. Genau hierin liegt einer der grundlegenden Unterschiede zwischen der bloßen Deklaration von Enzymrohstoffen und einem professionell kontrollierten Endprodukt.

Warum wir die Aktivität in FIP-Einheiten angeben

Für eine aussagekräftige Vergleichbarkeit sollte die Enzymaktivität in FIP-Einheiten gemessen und angegeben werden. FIP-Einheiten (Fédération Internationale Pharmaceutique), die vom Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) übernommen wurden, bestimmen die Aktivität proteolytischer Enzyme anhand eines standardisierten Caseinsubstrats unter definierten pH- und Temperaturbedingungen. Dadurch sind die Ergebnisse zwischen verschiedenen Chargen und Herstellern direkt vergleichbar.

Andere Einheitensysteme (z. B. GDU, USP oder PU) sind nicht harmonisiert und können je nach Messmethode und Labor variieren. Dies erschwert internationale Vergleiche erheblich. Die Verwendung von FIP-Einheiten ist daher ein wesentlicher Beitrag zu Transparenz und Vergleichbarkeit – insbesondere bei Trypsin und Chymotrypsin.

In der Europäischen Union wird bei der Deklaration proteolytischer Enzyme – insbesondere von Trypsin und Chymotrypsin – die Angabe in FIP-Einheiten erwartet. Aus diesem Grund bevorzugen oder verlangen europäische Vorschriften und Notifizierungssysteme für Nahrungsergänzungsmittel (z. B. in Deutschland, Italien und Österreich) die Deklaration der Enzymaktivität in FIP-Einheiten, insbesondere bei Enzymen tierischen Ursprungs.

Aktivität, Preis und Qualitätskategorie

Trypsin und Chymotrypsin gehören zu den hochspezifischen und technologisch anspruchsvollen Enzymen tierischen Ursprungs und sind daher deutlich teurer als gängige pflanzliche proteolytische Enzyme (Bromelain, Papain) oder bakterielle Enzyme (z. B. Serratiopeptidase). Produkte, die hohe Mengen dieser Enzyme mit nachgewiesener hoher Enzymaktivität in FIP-Einheiten enthalten, gehören daher naturgemäß einer höheren Preis- und Qualitätskategorie an. Präparate, die ausschließlich Bromelain oder Papain enthalten oder tierische Enzyme mit geringer Aktivität verwenden, können zwar kostengünstiger sein, bieten jedoch nicht zwangsläufig eine vergleichbare Leistungsfähigkeit.

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